Haus ohne Makler verkaufen: wann es sich lohnt, wann nicht
Ein Haus ohne Makler zu verkaufen kann funktionieren, aber nicht in jedem Fall und selten so günstig, wie es zunächst klingt. Dieser Ratgeber zeigt ehrlich, was Sie selbst übernehmen, was der Privatverkauf wirklich kostet, wo die Risiken liegen und wann ein Makler den höheren Preis und die Sicherheit bringt, statt nur Provision zu kosten.
Kurz gesagt
Ein Haus ohne Makler zu verkaufen spart die Provision, verlangt aber Zeit und Marktkenntnis, dazu Geschick beim Verhandeln. Es lohnt sich vor allem, wenn ein Käufer feststeht oder die Lage stark gefragt ist. Bei schwierigem Markt, erklärungsbedürftiger Immobilie oder Zeitdruck holt ein Makler den Mehrpreis meist wieder herein. Rechnen Sie ehrlich: gesparte Provision minus eigene Kosten minus der Wert Ihrer Zeit.
Wer die Maklerprovision sparen will, denkt zuerst an den Privatverkauf. Das ist legitim und in manchen Fällen die richtige Wahl. Die ehrliche Antwort lautet trotzdem: Es kommt darauf an. Ich schreibe das als Makler und versuche, Ihnen die Entscheidung so neutral wie möglich zu machen. Denn ein schlecht gelaufener Privatverkauf kostet am Ende oft mehr, als Sie an Provision sparen wollten.
Sie überlegen konkret? Ich schätze den Wert Ihrer Immobilie kostenlos und persönlich vor Ort ein.
Kostenlose BewertungOhne oder mit Makler: der direkte Vergleich
| Ohne Makler | Mit Makler | |
|---|---|---|
| Wertermittlung | Sie recherchieren selbst, mit dem Risiko, zu hoch oder zu niedrig anzusetzen | marktgerechter Preis aus laufender Markterfahrung |
| Vermarktung | Exposé, Fotos und Inserate erstellen Sie selbst | professionelles Exposé, Fotografie und gezielte Ansprache |
| Reichweite | eigene Inserate auf den Portalen | Portale plus vorhandenes Käufernetzwerk |
| Aufwand | Anfragen, Besichtigungen und Bonitätsprüfung liegen bei Ihnen | übernimmt der Makler |
| Verhandlung | Sie verhandeln allein, oft mit erfahrenen Käufern | Verhandlung durch einen neutralen Dritten |
| Kosten | keine Provision, dafür eigene Ausgaben, Zeit und das Risiko eines Mindererlöses | Provision, geteilt zwischen Käufer und Verkäufer (§ 656c BGB) |
| Recht und Sicherheit | Sie haften selbst, rechtliche Fallstricke inklusive | Vertragssicherheit und Begleitung bis zum Notar |
Was kostet ein Makler? Die Provision in Zahlen
Die Maklerprovision liegt in Deutschland meist zwischen 5,95 und 7,14 Prozent des Kaufpreises inklusive Mehrwertsteuer, in Schleswig-Holstein sind 7,14 Prozent üblich. Seit dem 23. Dezember 2020 gilt für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen, die ein Verbraucher kauft, das Teilungsgebot nach § 656c BGB: Käufer und Verkäufer tragen die Provision zu gleichen Teilen. Als Verkäufer zahlen Sie also nicht mehr die volle Courtage allein.
Ein Beispiel bei einem Kaufpreis von 350.000 Euro:
| Gesamtprovision (7,14 % inkl. MwSt.) | 24.990 € |
| Ihr Anteil als Verkäufer (die Hälfte) | 12.495 € |
| Anteil des Käufers | 12.495 € |
Was der Privatverkauf wirklich kostet
„Ohne Makler heißt kostenlos“ stimmt so nicht. Auch der Privatverkauf verursacht Ausgaben, die selten jemand offen aufführt. Hier eine ehrliche Aufstellung aus eigener Marktrecherche (Stand Juli 2026, Werte je nach Anbieter und Region):
| Posten | Grobe Kosten | Hinweis |
|---|---|---|
| Energieausweis (Pflicht nach GEG) | 50 bis 500 € | Verbrauchsausweis günstiger, Bedarfsausweis teurer |
| Inserat auf einem großen Portal | 100 bis 250 € | je nach Laufzeit und Sichtbarkeit |
| Grundbuchauszug und Unterlagen | 10 bis 30 € | beim Grundbuchamt |
| Optional: Kurzgutachten zur Wertermittlung | mehrere hundert € | nur wenn Sie den Wert absichern wollen |
| Optional: professionelle Fotos, Home Staging | variabel | wirkt sich direkt auf den Preis aus |
Ziehen Sie diese Ausgaben und den Wert Ihrer Zeit von der gesparten Provision ab, schrumpft der Vorteil oft deutlich. Und der teuerste Posten steht in keiner dieser Zeilen: ein Verkaufspreis, der zu niedrig angesetzt ist. Schon wenige Prozent unter dem erzielbaren Wert kosten mehr, als jede Provision ausmacht.
Was Sie ohne Makler sparen und was dagegen steht
Beispiel: Kaufpreis 350.000 €, Gesamtprovision 7,14 % inkl. MwSt., nach § 656c BGB hälftig geteilt
Schritt für Schritt: So läuft der Verkauf ohne Makler
Wenn Sie sich für den Privatverkauf entscheiden, hilft eine klare Reihenfolge. Diese sieben Schritte bilden den Verkaufsprozess ab, den sonst der Makler steuert.
- 01
Wert ermitteln
Setzen Sie einen realistischen Angebotspreis an. Mehr als rund zehn Prozent über dem Marktwert schreckt Käufer ab.
- 02
Unterlagen sammeln
Besorgen Sie alle Dokumente, bevor die ersten Interessenten fragen. Fehlende Unterlagen bremsen jeden Verkauf.
- 03
Exposé erstellen
Gute Fotos, ehrliche Beschreibung, klare Angaben. Das Exposé ist das Aushängeschild Ihrer Immobilie.
- 04
Inserieren und vermarkten
Schalten Sie Anzeigen auf den großen Portalen und definieren Sie, wen Sie ansprechen wollen.
- 05
Besichtigungen führen
Bereiten Sie Antworten auf typische Fragen vor und zeigen Sie die Immobilie im besten Licht.
- 06
Bonität prüfen und verhandeln
Lassen Sie sich eine Finanzierungsbestätigung zeigen, bevor Sie verhandeln. So sortieren Sie zahlungsunfähige Interessenten aus.
- 07
Notartermin und Übergabe
Der Notar beurkundet den Kaufvertrag. Die Schlüsselübergabe erfolgt erst nach vollständiger Zahlung.
Diese Unterlagen brauchen Sie
Sammeln Sie die Dokumente früh, am besten bevor der erste Interessent fragt. Fehlt etwas, verzögert das den Verkauf und weckt Zweifel.
- Aktueller Grundbuchauszug
- Flurkarte oder Lageplan
- Energieausweis (spätestens zur Besichtigung Pflicht)
- Grundriss und Wohnflächenberechnung
- Bauunterlagen, Baubeschreibung und Baugenehmigung
- Grundsteuerbescheid und Nebenkostenaufstellung
- Bei Eigentumswohnungen: Teilungserklärung und Protokolle der Eigentümerversammlung
Die größten Risiken
Das teuerste Risiko ist der falsche Preis. Wer zu hoch ansetzt, schreckt Käufer ab und muss später nachlassen. Wer zu niedrig ansetzt, verschenkt Geld, oft mehr als eine Provision ausmacht. Dazu kommen unseriöse oder zahlungsunfähige Interessenten und rechtliche Fehler im Kaufvertrag. Wichtig ist die Aufklärungspflicht: Verschweigen Sie einen bekannten Mangel arglistig, haften Sie dafür, im schlimmsten Fall bis zur Rückabwicklung. Und ohne gültigen Energieausweis drohen schon im Inserat Bußgelder, denn seine Angaben sind gesetzlich vorgeschrieben.
Steuern nicht vergessen
Haben Sie selbst im Haus gewohnt oder es vor mehr als zehn Jahren gekauft, bleibt der Verkaufsgewinn in der Regel steuerfrei. Andernfalls kann Spekulationssteuer anfallen. Die Details und die Besonderheit bei geerbten Immobilien lesen Sie im Ratgeber Geerbtes Haus verkaufen. Dieser Text ersetzt keine Steuerberatung.
Verkaufen, vermieten oder an die Bank?
Vor dem Verkauf lohnt der Blick auf die Alternativen. Wer die Immobilie nicht dringend zu Geld machen muss, kann sie auch vermieten und langfristig Erträge erzielen, mit dem Aufwand, den eine Vermietung mit sich bringt. Und die häufige Frage, ob man ein Haus einfach an die Sparkasse verkaufen kann: In der Regel nicht direkt. Banken und Sparkassen vermitteln über ihre Immobilienabteilung, ähnlich wie ein Makler. Wer ein schnelles Ankaufangebot annimmt, bekommt für die bequeme Abwicklung oft deutlich weniger als den Marktwert. Bevor Sie ein solches Angebot prüfen, sollten Sie den realistischen Wert kennen.
Wann ein Makler sich rechnet
Ein Makler kostet Provision, kann sie aber durch einen höheren Verkaufspreis wieder hereinholen. Marktkenntnis und Verhandlungsgeschick bringen häufig mehr, als der Privatverkäufer allein erzielt. Dazu kommen Zeitersparnis und die Sicherheit, dass Vertrag und Ablauf stimmen. Weil sich Käufer und Verkäufer die Provision seit 2020 teilen, tragen Sie diese Kosten außerdem nicht mehr allein.
Entscheidungshilfe: was passt zu Ihnen?
Ohne Makler kann passen, wenn ein Käufer schon feststeht, die Immobilie in gefragter Lage liegt und Sie Zeit und Nerven mitbringen und sich etwas Erfahrung zutrauen. Mit Makler fahren Sie meist besser, wenn der Markt schwierig oder die Immobilie erklärungsbedürftig ist, wenn die Zeit knapp ist oder wenn die Lage emotional belastet, etwa bei einem geerbten Haus oder einer Scheidung.
Ehrlich gesagt: Wenn die vier Punkte in der linken Spalte auf Sie zutreffen, brauchen Sie mich für den Verkauf vielleicht gar nicht. Genau deshalb steht diese Checkliste hier.
Spricht für den Privatverkauf
- Ein Käufer steht bereits fest.
- Die Immobilie liegt in gefragter, leicht verständlicher Lage.
- Sie haben Zeit für Inserate, Besichtigungen und Verhandlung.
- Sie kennen den Marktwert und fühlen sich bei Unterlagen und Vertrag sicher.
Spricht für einen Makler
- Der Markt ist schwierig oder die Immobilie erklärungsbedürftig.
- Ihnen fehlt die Zeit oder die Nähe zum Objekt.
- Die Situation ist emotional belastet, etwa nach Erbfall oder Trennung.
- Sie wollen Preis und Vertrag rechtssicher absichern.
Ihr Markt: Kreis Steinburg
Egal ob mit oder ohne Makler, die Grundlage jeder guten Entscheidung ist ein realistischer Marktwert. Und der hängt stark von der Lage ab: Innerhalb des Kreises Steinburg liegen zwischen benachbarten Orten und Straßen oft mehr als 100 Euro pro Quadratmeter. Eine pauschale Online-Schätzung trifft diese Spreizung nicht. Den Wert für Eigentümer im Kreis Steinburg und Umgebung schätze ich kostenlos und unverbindlich ein, persönlich vor Ort. Ob Sie danach selbst verkaufen oder mit mir, entscheiden Sie. Als Makler aus Hohenlockstedt mit Erlaubnis nach § 34c GewO und IHK-Qualifikation kenne ich den lokalen Markt aus erster Hand.
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Zum BewertungsformularHäufige Fragen: Haus ohne Makler verkaufen
Ist es sinnvoll, ein Haus ohne Makler zu verkaufen?
Es kann sinnvoll sein, wenn der Käufer bereits feststeht, die Immobilie in gefragter Lage liegt und Sie genug Zeit und Sicherheit im Umgang mit Unterlagen und Verhandlung mitbringen. Ist der Markt schwierig, die Immobilie erklärungsbedürftig oder die Zeit knapp, wiegt der Mehrerlös eines erfahrenen Maklers die Provision oft auf.
Wie viel Geld spare ich ohne Makler wirklich?
Sie sparen Ihren Anteil an der Provision, in Schleswig-Holstein also rund 3,57 Prozent des Kaufpreises. Davon gehen aber Ihre eigenen Kosten ab: Energieausweis, Inserate, Unterlagen und der Wert Ihrer Zeit. Der teuerste Posten taucht in keiner Rechnung auf, nämlich ein zu niedrig angesetzter Verkaufspreis. Unterm Strich fällt der Vorteil oft kleiner aus als gedacht.
Welche Unterlagen brauche ich für den Hausverkauf?
Sie benötigen unter anderem einen aktuellen Grundbuchauszug, die Flurkarte, den Energieausweis, Grundriss und Wohnflächenberechnung, die Bauunterlagen sowie den Grundsteuerbescheid. Bei Eigentumswohnungen kommen Teilungserklärung und die Protokolle der Eigentümerversammlung dazu.
Brauche ich für den Verkauf ohne Makler einen Notar?
Ja. Der Kaufvertrag über eine Immobilie muss in Deutschland notariell beurkundet werden, das gilt beim Privatverkauf genauso wie mit Makler. Der Notar ist zur Neutralität verpflichtet und setzt den Vertrag für beide Seiten auf.
Welche Risiken hat der Verkauf ohne Makler?
Die häufigsten sind ein falsch angesetzter Preis, der entweder Geld verschenkt oder Käufer abschreckt, unseriöse oder zahlungsunfähige Interessenten, rechtliche Fehler im Vertrag sowie ein hoher Zeitaufwand. Auch der gesetzlich vorgeschriebene Energieausweis darf nicht fehlen.
Kann ich mein Haus trotz Maklervertrag privat verkaufen?
Das hängt vom Vertrag ab. Bei einem einfachen Maklerauftrag dürfen Sie selbst einen Käufer suchen, bei einem Alleinauftrag ist das eingeschränkt. Verkaufen Sie an einen vom Makler nachgewiesenen Interessenten, kann trotzdem Provision anfallen. Lesen Sie Ihren Vertrag vorher genau.
Woran erkenne ich einen seriösen Makler?
An einer nachweisbaren Erlaubnis nach § 34c GewO, an einer marktgerechten statt geschönten Preiseinschätzung und an Transparenz bei Vertrag und Provision. Ein seriöser Makler sagt Ihnen auch offen, wenn sich für Ihre Situation der Verkauf ohne ihn lohnt.
Was ist Ihre Immobilie aktuell wert?
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